Fit für digitale Jugendarbeit – wie geht das? Wir probieren es zusammen aus!

In der Jugendarbeit liegt riesiges Potenzial. Sie bietet Räume zum Experimentieren, Ausprobieren und Kreativ­sein – doch dieses Versprechen auch digital einzulösen, ist in der alltäglichen Arbeit eine Herausforderung. Digitale Medien und Technologien spielen in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Jugendarbeiter:innen noch kaum eine Rolle, und in den letzten Wochen und Monaten mussten wir alle uns viel auf die harte Tour erarbeiten.

Wir möchten Jugendarbeit voranbringen. Projekte und Programme wie das unsere sind längst überfällig – umso besser, dass es sie nun zunehmend gibt! Wir wenden uns dabei mit unserem niedrig-schwelligen Trainingsprogramm und dem dahinter stehenden Curriculum sehr bewusst an Jugendarbeiter:innen, die zwar Neugier und Offenheit mitbringen, sich aber selbst (noch) nicht zur „digitalen Avantgarde“ zählen.

Wir suchen 30 5 Pilot:innen aus der Jugendarbeit

Du arbeitest im deutschsprachigen Raum haupt- oder ehrenamtlich mit jungen Menschen und hast Lust, dich mit digitalen Medien und Technologien auseinanderzusetzen? Du würdest Dich selbst irgendwo zwischen Einsteiger:in und Fortgeschrittene:r im Umgang mit digitalen Möglichkeiten einordnen? Dann bist du bei uns genau richtig! 

Mitbringen musst du eigentlich nur drei Dinge:

  • Etwas Vorerfahrung in der Jugendarbeit. Warum? Es hilft einfach, wenn du nicht ganz unsicher bist in deiner alltäglichen Arbeit mit jungen Menschen: dann musst du nicht zwei Erkundungsreisen antreten, sondern kannst dich auf die digitalen Aspekte konzentrieren. Dabei ist weder wichtig, aus welcher Form der Jugendarbeit du kommst, noch wie lange du schon dabei ist, oder ob du ehren- oder hauptamtlich Jugendarbeit machst. 
  • Etwas Zeit im Juli und August 2021. Warum? In dieser Zeit machen wir alle zwei Wochen digitale Workshops mit euch, die jeweils 2-3 Stunden dauern, und hoffentlich – wenn die pandemische Situation es zulässt – auch einen einwöchigen Pilotkurs (voraussichtlich vom 23. bis 27. August), bei dem wir uns in hoffentlich einem oder vielleicht zwei Seminarhäusern treffen, so richtig von Angesicht zu Angesicht! 
  • Etwas Enthusiasmus für Digitalität. Warum? Wir wollen gemeinsam ausprobieren, wie sich die Freiräume, Experimentierfreude und Kreativität der Jugendarbeit in digitalen Räumen stärken lassen. Dafür ist es schon gut, wenn euch die letzten Wochen und Monate nicht die Freude am digitalen Experimentieren stibitzt haben 🙂

Was bieten wir dir und euch?

Zuallererst mal einen geschützten Raum, der Ausprobieren und Nachfragen zulässt, und in dem es völlig egal ist, ob etwas gleich im ersten Anlauf klappt.

Und dann haben auch wir noch drei Dinge dabei:

  • Ein Curriculum mit Lernmaterialien zum gemeinsamen Ausprobieren. Was genau? In unserem Projekt haben wir den europäischen Referenzrahmen für digitale Kompetenzen DigComp 2.1. erstmals für den Jugendbereich adaptiert und daraus ein modulares Trainingsprogramm für insgesamt sieben Kompetenzbereiche entwickelt. Einen Großteil davon probieren wir gemeinsam mit euch aus und machen das Curriculum und die Materialien hoffentlich zusammen noch etwas besser.
  • Ein neues Tablet mit Headset und Voucher für den App Store. Was genau? Wir stellen euch ein versichertes iPad Air der dritten Generation und ein Headset sowie einen Voucher für den iOS App Store zur Verfügung. Ihr könnt das Tablet gern in eurer eigenen digitalen Jugendarbeit im Anschluss an die Pilotphase weiter benutzen – dafür brauchen wir dann lediglich ein Kurzkonzept von euch, das wir auch gleich als Teil des Projektes gemeinsam mit euch entwickeln werden.
  • Eine kleine Aufwandsentschädigung für eure Zeit. Was genau? Für die Zeit, die ihr investiert, um mit uns gemeinsam unser Trainingsprogramm zu testen und weiterzuentwickeln, können wir euch eine kleine Aufwandsentschädigung zahlen. Sie ist mit 100 Euro pro Tag nicht sonderlich hoch, aber wir hoffen, dass sie vor allem den Freiberufler:innen und Teilzeitjugendarbeiter:innen unter euch eine Teilnahme etwas einfacher macht. Die Aufwandsentschädigung bekommt ihr für die Pilotkurs-Tage (egal ob hybrid oder virtuell) ebenso wie für die Workshop-Tage.

Was brauchen wir von dir und euch?

Wir brauchen von dir und euch eine kurze Interessensbekundung! Darin fragen wir euch zunächst nach einer Handvoll Details zu euch als Person und Mensch (Name, Alter, E-Mail-Adresse, Kontaktnummer) und einer zweiten Handvoll zu euch als Jugendarbeiter:in (Rolle, Träger, Zielgruppen, Formate). Dann haben wir vier offene Fragen rund um Digitalität und Jugendarbeit, die ihr beantworten könnt und sollt, wie ihr gerne möchtet – kurz oder lang, nachdenklich oder frech, ganz nach eurem Geschmack.

Und diese Fragen sind:

  • Digitalisierung ist für dich, in einem Wort: _____________?
  • Was war dein verrücktestes digitales Erlebnis im letzten Jahr?
  • Was würdest du als Mensch gern einmal digital ausprobieren?
  • Was würdest du als Jugendarbeiter:in gern einmal digital ausprobieren?

Und zu guter Letzt fragen wir noch, in welchen Wochen ihr im Juli und August nicht erreichbar wäret, zum Beispiel weil ihr Urlaub geplant habt (und den auch hoffentlich machen könnt – wir drücken euch die Daumen!), und ob ihr die Aufwandsentschädigung in Anspruch nehmen würdet (oder das nicht braucht, zum Beispiel weil euer Träger euch die Teilnahme finanziert).

Und das war es auch schon 🙂

Bist du dabei?

Sehr cool! Zur Interessensbekundung einmal hier entlang bitte:

https://test.digitalejugendarbeit.de/abersowasvon/

Wir brauchen deine Interessensbekundung bis zum 15. Juni 2021, und du erfährst von uns gleich am 16. Juni, ob du dabei bist – und wir zurren dann auch in den Tagen danach zusammen die Termine für die Workshops fest. Der Termin für den einwöchigen Pilotkurs steht inzwischen fest (23.-27. August 2021).

Q & A //

 

Fragen & Antworten

Gerade entwickeln wir das ja noch, aber hier ist ein kleiner Sneak Peek 🙂

Im Durchschnitt kommen im Juli und August in etwa 8-10 Tage auf euch zu, verteilt über die Workshops und Pilotkurse. Dabei ist es nicht so wahnsinnig wichtig, dass jede:r von euch an jedem der kürzeren Workshops teilnehmen kann. Am Ende wird dadurch eine Pilotin vielleicht 11 Tage mitgemacht und mitgeholfen haben und ein anderer Pilot 9 Tage. Das ist auch völlig in Ordnung so: Wir haben alle ein Leben! Und weil wir wissen, dass virtuelle Formate anstrengender sind, machen wir die virtuellen Tage auch deutlich kürzer 🙂

Jaaaaaa, wenn wir das wüssten! Sagen wir mal so: Wir hoffen es nicht, aber wir sind darauf vorbereitet. Unser Trainingsprogramm ist eigentlich hybrid, und wenn es irgendwie sinn- und verantwortungsvoll geht, machen wir das auch so – also eine Handvoll digitaler Workshops und eine Woche Präsenz-Pilotkurs. Und wenn es sinn- und verantwortungsvoll nicht geht, dann machen wir alles virtuell, und es wird trotzdem toll.

Falls es die pandemische Gesamtsituation erlaubt, dass wir uns im Juli oder August in einem Seminarhaus für eine Woche zu einem Pilotkurs treffen (oder in zwei Seminarhäusern, die wir dann miteinander vernetzen), übernehmen wir die Kosten für die Unterkunft und vegetarisch-vegane Verpflegung vor Ort komplett.

Falls es die pandemische Gesamtsituation erlaubt, dass wir uns im Juli oder August in einem Seminarhaus für eine Woche zu einem Pilotkurs treffen (oder in zwei Seminarhäusern, die wir dann miteinander vernetzen), übernehmen wir die Kosten für die An- und Abreise ebenfalls.

In normalen Zeiten würden wir hier schreiben: Die Pilotkurse finden in einem barrierefreien Seminarhaus statt, wir freuen uns über Interesse von Jugendarbeiter:innen mit Behinderung, und haben im Projektbudget Ressourcen für eine:n Jugendarbeiter:in mit Assistenzbedarf. In diesen Zeiten allerdings müssen wir ständig wechselnde gesetzliche Rahmenbedingungen, hohe Stornokosten, geringe Verfügbarkeiten und insgesamt sehr viele Unwägbarkeiten abwägen und jonglieren, und deswegen sind wir notgedrungen etwas vorsichtiger. Aber wir versuchen unser Bestes!

Wir werden bei Bedarf auch versuchen, eine Kinderbetreuung in diesen Seminarhäusern zu organisieren, aber wir sind uns ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob uns das zu Corona-Zeiten dann auch wirklich gelingt. Auch hier gilt: Wir versuchen unser Bestes!

Erst einmal vorneweg: Falls euch eure finanzielle Situation eine Teilnahme erschwert, sagt uns das gern! Ihr werdet das im kurzen Bewerbungsformular auch sehen: Wir fragen dort, ob die Aufwandsentschädigung jeweils benötigt wird. Es kann ja zum Beispiel sein, dass einigen Jugendarbeiter:innen die Teilnahme an den Pilotkursen von ihren Trägern als Bildungsurlaub oder Freistellung finanziert werden. Im Gegenzug können wir dann einigen anderen, zum Beispiel prekär Beschäftigten, etwas mehr unter die Arme greifen.

Unter Jugendarbeit verstehen wir die ehren- oder hauptamtliche Arbeit mit und für junge Menschen in einer Vielzahl von Kontexten und Räumen, innerhalb einer breiten Palette jugendrelevanter Themen und einer Vielfalt von Strukturen und Methoden. Von der kommunalen Jugendarbeit in Jugendzentren oder Jugendarbeit in gemeinnützigen Sportvereinen, über stiftungsgetragene offene Jugendarbeit im öffentlichen Raum oder mobile Jugendarbeit in der Bibliothek einer Denkfabrik, hin zu tinkernder Jugendarbeit in einem Makerlab oder musikalischer Jugendarbeit in einer informellen Jugendgruppe – all das und mehr ist Jugendarbeit.

Jein – es hilft natürlich, aber ist nicht unbedingt notwendig. Die iPads haben einen SIM-Kartenslot, und falls du in deinem Umfeld derzeit keine stabilen Wifi-Bedingungen hast, können wir dich mit einer Prepaid-Daten-SIM-Karte ausstatten. Dazu braucht es dann aber passablen Empfang mobiler Daten, zumindest von einem Anbieter. Kurz gesagt: gutes Wifi ist gut – guter mobiler Datenempfang geht auch.

Das klamüsern wir mit den 30 finalen Pilot:innen aus. Der Termin für den einwöchigen Pilotkurs steht inzwischen fest: der wird vom 23. bis zum 27. August stattfinden. Für die kürzeren virtuellen Workshops im Vorfeld des Pilotkurses legen wir gemeinsam die  Zeitslots fest.

Na dann immer her damit! Eine Mail an team@digitalejugendarbeit.de und wir melden uns so schnell wir können 🙂